Bei uns spielen die Kinder einfach.

Ein afrikanischer Vater wundert sich. Auch nach über 20 Jahren Leben in Sachsen. Dass in Deutschland die Eltern planen, was, wo und mit wem ihre Kinder spielen, kennt er aus seiner Heimat nicht. Er ist einer von elf migrantischen Vätern, die sich über ihr Vatersein interviewen ließen. Ihre Ansichten sind authentisch und mutig. Manchmal verblüffen sie. So wie die Geschichte eines alleinerziehenden Vater mit tunesischen Wurzeln, der für seine Mädchen auf Karriere verzichtet. Oder die des jungen Familienvaters aus Moldawien, der nach jahrelanger Odyssee durch viele europäische Länder angekommen ist und nun von und mit seinen Töchtern Deutsch lernt. Oder die des mexikanischen Ingenieurs, der niemals seine Heimat verlassen wollte und seinem Kind zuliebe genau das tat. Erkenntnisreich sind alle.

Aus mehr als 200 Seiten Interviewmaterial habe ich Texte für die Broschüre „Väter im Wandel II“ zusammengestellt. Die Beiträge sparen auch Kritisches nicht aus und fordern zum Nachdenken auf. Über das Leben, die Integration, über Religion und Materielles, vor allem aber über die eigene Sicht auf Kinder und Erziehung.

Die Publikation entstand in einer Kooperation von papaseiten.de, einem Projekt des Verbundes Sozialpädagogischer Projekte e.V. Dresden, dem Ausländerrat Dresden e.V. und dem Leipziger Modellprojekt „Vaterzeit im Ramadan?!“ im Verband binationaler Familien und Partnerschaften. Sie versteht sich als Ergänzung der vor einem Jahr entstandenen Wanderausstellung „Väter in Sachsen – Väter im Wandel“. Seit Anfang Dezember 2016 kann die erweiterte Exposition im Dresdner Rathaus besichtigt werden. Parallel war sie in der Volkshochschule Leipzig zu sehen. Kurz vor Weihnachten ging die neue Broschüre in Druck.

Foto: Cover “Broschüre Väter im Wandel II”

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