Journalismus ist nichts für Schisser.

„Journalismus ist nichts für Schisser. Journalismus ist etwas für couragierte Leute. Man darf an dieser Courage keine Abstriche machen.“
Ulrich Reitz, (*1960), deutscher Journalist, Chefredaktion Focus

Dagmar Möbius - Freie Journalistin - Recherche, Redaktion, BeratungWer wie ich knapp 300 Jahre nach August dem Starken ins „Tal der Ahnungslosen“ geboren wird, hat zwei Möglichkeiten: fügen oder klettern. Für Beides bin ich keine Idealbesetzung. Die „goldenen Zeiten des Journalismus“ habe ich nie erlebt.

Mein Weg zum hauptberuflichen Schreiben war lang und lehrreich. Unterschiedlichste Selbsterfahrungen inklusive. Keine Station möchte ich missen. Ich bin sehr vielen Menschen dankbar: für Inspiration, Kritik, Vertrauen, Widerstände und Zuspruch.

Wissensdurst, Neugier und Idealismus treiben mich an. Ich recherchiere ergebnisoffen – auf eigenes Risiko. Trotzdem oder gerade deshalb arbeite ich freiberuflich. Ich bin überzeugt davon, dass berührende Texte und konstruktive Nachrichten immer Adressaten finden werden.
Medienkrise hin oder her.

Auf Augenhöhe

(v.l.) VSP-Geschäftsführerin Katrin Förster, Projektleiter Holger Strenz, Mitarbeiterin Dagmar Heise, Dagmar Möbius, Moderator Christian Barth, 
©Malin Heise (14)

Aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens hatte der Verbund Sozialpädagogischer Projekte in Dresden (VSP e.V.) einen Fotowettbewerb „Auf Augenhöhe“ ausgerufen. Die Aktion Mensch förderte die Initiative. Begleitend setzten sich die 1990 als Visionäre der Kinder- und Jugendhilfe gewürdigten Sozialpädagogen damit auseinander, ob ihre Vision, dass alle Menschen – auch Kinder und Jugendliche – selbstbestimmt leben dürfen, heute noch zeitgemäß ist und wohin sich das Konzept gegebenenfalls entwickeln müsste. Aus über 150 Einsendungen entstand eine Exposition, für die ich die Ausstellungstexte schreiben durfte.

Seit dieser Woche sind die Bilder in der Evangelischen Hochschule Dresden zu sehen. Zur Vernissage wurden die Preisträger der besten Fotografien bekannt gegeben, ausgewählt von einer Kinderjury, einer Erwachsenenjury und einer gemischten Jury für die Rubrik „Beste Kunstfotografie“. Die Aufgabe der Juroren war Schwerstarbeit, denn alle Bilder sind sehenswert. Der VSP entschied sich deshalb, alle Wettbewerbsbeiträge zu zeigen. Bereits jetzt sind Interessebekundungen für die künftig als Wanderausstellung ausleihbaren Impressionen eingegangen.

Foto: ©Malin Heise (14)

von links: VSP-Geschäftsführerin Katrin Förster, Mitarbeiter Holger Strenz, Fachberaterin Dagmar Heise, Dagmar Möbius, Moderator Christian Barth.

Ausstellungsimpression „Auf Augenhöhe gelingt nicht immer“ ©Dagmar Möbius

Ausstellungsimpression „Auf Augenhöhe gelingt nicht immer“ ©Dagmar Möbius

Diese Jungs aus dem Dresdner Hechtviertel sollte man sich merken. Die "vermutlich jüngste Boy-Band der Stadt" kennt sich seit der Grundschule. Die Gymnasiasten der 6. Klasse schreiben alle Lieder selbst und waren der musikalische Höhepunkt der Vernissage. ©Dagmar Möbius

Diese Jungs aus dem Dresdner Hechtviertel sollte man sich merken. Die „vermutlich jüngste Boy-Band der Stadt“ namens „OD MA LU SI“ kennt sich seit der Grundschule. Die Gymnasiasten der 6. Klasse schreiben alle Lieder selbst und waren der musikalische Höhepunkt der Vernissage.
©Dagmar Möbius

Der 1. Preis ging an Tobias Teubner für sein Foto "Perspektivwechsel".

Der 1. Preis ging an Tobias Teubner für sein Foto „Perspektivwechsel“.

Mein (nicht preisgekrönter) Favorit war diese humorvolle Sicht auf ""zwei tierische Freunde", eingesandt von Heike Döring.

Mein (nicht preisgekrönter) Favorit war diese humorvolle Sicht auf „zwei tierische Freunde“, eingesandt von Heike Döring.

Einmal runderneuert, bitte

Als Journalistin im digitalen Zeitalter beauftrage ich meinen Web-Experten so natürlich nicht. Wenn neu, dann richtig. Navigation, Inhalte, Fotos und vor allem die Technik. Serverumzug, CGI-Mode, Datenbank, PHP-Version, FTP, Script-Anpassung, SSL, Tests. Das ganze Programm.

Auch beruflich war Inventur angesagt. In rund zehn Jahren Freiberuflichkeit hat sich einiges verschoben. Inhaltlich, prinzipiell und persönlich. Themen, Auftraggeber, Tätigkeitsfelder und Arbeitsweisen wandeln sich. Dass bei einem Journalisten Recherche an erster Stelle steht, sollte selbstverständlich sein. Doch die mediale Realität sieht oft anders aus. Für mich gilt: Gründlichkeit vor Schlagzeile. Das kann dauern, manchmal vergehen Jahre. Ich schreibe nicht über Dinge, von denen ich nichts verstehe, es sei denn, ich habe Gelegenheit, mich einzuarbeiten.

Auch deshalb: alles hat seine Zeit. Alles braucht seine Zeit. Die neue Website ist online. Neues und Aktuelles wird sich hier künftig kontinuierlicher widerspiegeln.

Ich danke designdiener für die umsichtige, technische Umsetzung und Steffi Rose für die neuen Fotos. Entstanden sie diese im Oranienwerk. Der Kultur- und Kreativstandort ist seit knapp zwei Jahren mein beruflicher Mittelpunkt, sofern ich nicht als „rasende Reporterin“ im Land unterwegs bin.