Journalismus ist nichts für Schisser.

„Journalismus ist nichts für Schisser. Journalismus ist etwas für couragierte Leute. Man darf an dieser Courage keine Abstriche machen.“
Ulrich Reitz, (*1960), deutscher Journalist

Dagmar Möbius - Freie Journalistin - Recherche, Redaktion, BeratungWer wie ich knapp 300 Jahre nach August dem Starken ins „Tal der Ahnungslosen“ geboren wird, hat zwei Möglichkeiten: fügen oder klettern. Für Beides bin ich keine Idealbesetzung. Die „goldenen Zeiten des Journalismus“ habe ich nie erlebt.

Mein Weg zum hauptberuflichen Schreiben war lang und lehrreich. Unterschiedlichste Selbsterfahrungen inklusive. Keine Station möchte ich missen. Ich bin sehr vielen Menschen dankbar: für Inspiration, Kritik, Vertrauen, Widerstände und Zuspruch.

Wissensdurst, Neugier und Idealismus treiben mich an. Ich recherchiere ergebnisoffen – auf eigenes Risiko. Trotzdem oder gerade deshalb arbeite ich freiberuflich. Ich bin überzeugt davon, dass berührende Texte und konstruktive Nachrichten immer Adressaten finden werden.
Medienkrise hin oder her.

Schere im Kopf?

Tag der Pressefreiheit. Manche Zeitungen machten heute mit einem (fast) leeren Titel auf. Nachmittags liegen Exemplare mit vermeintlicher Fehlermeldung auf dem Bäckertresen. An anderen Tagen sind sie dort längst ausverkauft. In der U-Bahn flimmert statt aktueller Meldungen das Werbelogo des Berliner Fensters über die Bildschirme. Was, wenn „das Establishment“ den heutigen Gedenktag wörtlich nimmt? Weiterlesen

Ungelegte Eier und bewegte Bilder

Vieles wird angekündigt: Arbeitstreffen. Demonstrationen und Streiks. Premieren und (Presse-) Termine. Gesetze. Reformen. Staatsbesuche. Strafen. Urlaube. Visionen. Abschiede – vom Job, von Lebenspartnern, vom Sport oder von Diäten. Manchmal auch von Träumen.

Ich plädiere für Transparenz. Nicht nur bei anderen. Ich lege Interessenskonflikte und relevante Vertragspartner offen, obwohl ich gesetzlich dazu nicht verpflichtet bin. Aber: über laufende Recherchen oder geplante Projekte spreche ich selten öffentlich. Ungelegte Eier sind nicht mein Ding. Weiterlesen

Zwischen Oscar und Kamera

Live bei einer Oscar-Verleihung. Nein, nicht in Los Angeles. In Dresden. In der sächsischen Landeshauptstadt fand Anfang März 2017 zum zweiten Mal nach der bis dato einmaligen Fusion zweier deutscher wissenschaftlichen Gesellschaften im Jahr 2000 die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG e.V.) statt. Ich durfte die Pressearbeit übernehmen. Einen symbolischen Oscar für „das beste Tagungsprogramm aller Zeiten“ verlieh der DGPFG-Präsident Dr. med. Wolf Lütje aus Hamburg an die wissenschaftliche Vorbereitungsgruppe. Im Bild: Professorin Kerstin Weidner von der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Dresden.

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Die recherchieren, sieht man nicht…

„Schreiben Sie noch?“ Kein Finanzbeamter würde gefragt, ob er sich noch zuverlässig um die Steuergerechtigkeit sorgt. „Alles gut?“ ersetzt immer öfter ein „Wie geht’s?“ In Berlin (und anderswo) fallen kontinuierlich Redakteursstellen weg. Ich sammle Geschichten von Ex-Kolleginnen und Ex-Kollegen, die in ganz anderen Berufssparten neu starten. Und ja, ich schreibe noch. Weiterlesen

Für 20 Prozent ist die „Lügenpresse“ legitim.

„Aber schreiben Sie nicht für die Lügenpresse!“ Der gut gemeinte Rat des älteren Herrn klingt nach. Ich höre ihn oft. Auch beim Kaltwalzwerk-Tag, als sich Anfang Januar zahlreiche Neugierige durch das Oranienwerk führen ließen. Als gebürtige und langjährige Dresdnerin werde ich seit Pegida regelmäßig gefragt, was ich davon halte, dass „die Medien“ schreiben, „was sie schreiben müssen“. Weiterlesen

Warum ist der Fuchs depressiv?

Die Frage stellen Besucher des Oranienwerks regelmäßig. Seit Ostern 2016 ziert eine ganze Fuchs-Familie zwei Wände des Co-Working-Bereichs, unweit meines Büros. Das in Speedpainting-Technik entstandene Werk heißt „Floating Foxes“ und stammt von Venison Customs. Bezüglich Motiv und Gestaltung waren der künstlerischen Freiheit keinerlei Grenzen gesetzt. Auf Youtube ist zu beobachten, wie die schwebenden Rotfüchse in den einstigen Werkzeugbau zogen. Weiterlesen

Bei uns spielen die Kinder einfach.

Ein afrikanischer Vater wundert sich. Auch nach über 20 Jahren Leben in Sachsen. Dass in Deutschland die Eltern planen, was, wo und mit wem ihre Kinder spielen, kennt er aus seiner Heimat nicht. Er ist einer von elf migrantischen Vätern, die sich über ihr Vatersein interviewen ließen. Ihre Ansichten sind authentisch und mutig. Manchmal verblüffen sie. So wie die Geschichte eines alleinerziehenden Vater mit tunesischen Wurzeln, der für seine Mädchen auf Karriere verzichtet. Weiterlesen

Bis zum guten Ende…

…mit den Kristallkindern“ heißt meine in der November-Ausgabe der Fachzeitschrift „kinderkrankenschwester“ (Verlag Schmidt-Römhild Lübeck) erschienene Reportage. Im Sommer hatte ich Ulrike Oberthür und Stefanie Rogall in der von ihnen gegründeten Wohngemeinschaft für intensivpflegebedürftige Kinder im Landkreis Märkisch-Oderland besucht und beide einen Tag bei der Arbeit begleitet. Die beiden Frauen wurden als „Beste Existenzgründerinnen des Landes Brandenburg 2016“ ausgezeichnet. Doch der Weg dahin war mitunter steinig. Weiterlesen

Edelgas in buntem Latex und andere Premieren

Der Texter-Alltag fordert immer wieder neu heraus. Ein kleiner Ausflug in die Werbung? Warum nicht? Crazy Balloons heißt das Projekt von Maria und Friedrich Schlei. Verrückte Luftballons und Dekorationen für jeden Anlass. Produktbeschreibungen für die knallbunten Eigenkreationen, Texte für Website und Flyer und anderes Werbematerial wurden benötigt. Heute eröffnete das Startup ein eigenes Ladengeschäft in Oranienburg. Potenzielle Kunden feierten mit den Gründern, Kinder entdeckten ein neues Paradies. Die beiden Jungunternehmer beeindruckten mich mit ihrem Ehrgeiz, ihrer Zuverlässigkeit und ihrer Professionalität sehr. Ich wünsche ihnen Erfolg, Durchhaltevermögen, nie versiegende Energie und allzeit zufriedene Party-Gäste. Weiterlesen

Klausur ohne Ansage

Was haben eine pferdeliebende Hochschuldozentin, eine diplomatieerfahrene Hypnosetherapeutin, eine gesundheitsorientierte Journalistin, eine aufstrebende Neuropsychologin, eine preisgekrönte Premium-Personaltrainerin, eine existenzschützende Versicherungsmaklerin, ein sportbegeisterter Werbeagenturchef und ein querdenkender Business-Experte gemeinsam? Die Liebe zum Schreiben und die Neugier auf unentdeckte Potenziale. Sie reisten aus drei Ländern an, obwohl sie wussten: Auf der Agenda des ersten Chefsache-Autoren-Wochenendes in einer Schweizer Berghütte ohne W-LAN stand Nichts. Weiterlesen