Journalismus ist nichts für Schisser.

„Journalismus ist nichts für Schisser. Journalismus ist etwas für couragierte Leute. Man darf an dieser Courage keine Abstriche machen.“
Ulrich Reitz, (*1960), deutscher Journalist

Wer wie ich knapp 300 Jahre nach August dem Starken ins „Tal der Ahnungslosen“ geboren wird, hat zwei Möglichkeiten: fügen oder klettern. Für Beides bin ich keine Idealbesetzung. Die „goldenen Zeiten des Journalismus“ habe ich nie erlebt. Mein Weg zum hauptberuflichen Schreiben war lang und lehrreich. Unterschiedlichste Selbsterfahrungen inklusive. Weiterlesen

40 kcal

Es ist Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin. Die jährliche Leitveranstaltung der Branche findet mit 8.000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik zum 20. Mal statt. Ich habe mich in diesem Jahr mit dem Krankenhaus Rating Report und mit der Akademisierung der Pflege befasst. Ungeplant begegnete ich zwei mutigen Frauen. Die eine traute sich vor die Kamera, die andere bekam einen Preis dafür. Nicht irgendeinen.  Weiterlesen

Alessandros große Kunst

Schlicht „Malerei von Marogna“ war die Vernissage am gestrigen 9. Juni im Oranienwerk angekündigt. Darüber ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fußballmannschaft. Drei Männer stechen hervor. „Fritze, Keule und ich“. Handkoloriert in rot, blau und gelb. Neugieriger auf Kunst kann man kaum machen. Alessandro Marogna kreiert am liebsten meterhohe und -breite Gemälde, deren Transporte von A nach B schon Abenteuer sind. Weiterlesen

32 Grad und Hauptsache gesund

Ein bisschen Biergarten-Feeling gab es doch, aber erst nach getaner Arbeit. „Kaffeetante“ Petra Michael, auf dem Schnappschuss 2. von rechts, hatte die vierte regionale Gesundheitsmesse für alternative Heilmethoden organisiert. Warum sie trotz tropischem Wetter und weniger Besuchern als in den Vorjahren mit der Resonanz zufrieden sein konnte, was es Neues gab und was sich in Auflage 5 ändern könnte, habe ich für den teamMedi-Blog aufgeschrieben.

Foto: ©Dagmar Möbius

Schere im Kopf?

Tag der Pressefreiheit. Manche Zeitungen machten heute mit einem (fast) leeren Titel auf. Nachmittags liegen Exemplare mit vermeintlicher Fehlermeldung auf dem Bäckertresen. An anderen Tagen sind sie dort längst ausverkauft. In der U-Bahn flimmert statt aktueller Meldungen das Werbelogo des Berliner Fensters über die Bildschirme. Was, wenn „das Establishment“ den heutigen Gedenktag wörtlich nimmt? Weiterlesen

Ungelegte Eier und bewegte Bilder

Vieles wird angekündigt: Arbeitstreffen. Demonstrationen und Streiks. Premieren und (Presse-) Termine. Gesetze. Reformen. Staatsbesuche. Strafen. Urlaube. Visionen. Abschiede – vom Job, von Lebenspartnern, vom Sport oder von Diäten. Manchmal auch von Träumen.

Ich plädiere für Transparenz. Nicht nur bei anderen. Ich lege Interessenskonflikte und relevante Vertragspartner offen, obwohl ich gesetzlich dazu nicht verpflichtet bin. Aber: über laufende Recherchen oder geplante Projekte spreche ich selten öffentlich. Ungelegte Eier sind nicht mein Ding. Weiterlesen

Zwischen Oscar und Kamera

Live bei einer Oscar-Verleihung. Nein, nicht in Los Angeles. In Dresden. In der sächsischen Landeshauptstadt fand Anfang März 2017 zum zweiten Mal nach der bis dato einmaligen Fusion zweier deutscher wissenschaftlichen Gesellschaften im Jahr 2000 die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG e.V.) statt. Ich durfte die Pressearbeit übernehmen. Einen symbolischen Oscar für „das beste Tagungsprogramm aller Zeiten“ verlieh der DGPFG-Präsident Dr. med. Wolf Lütje aus Hamburg an die wissenschaftliche Vorbereitungsgruppe. Im Bild: Professorin Kerstin Weidner von der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Dresden.

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Die recherchieren, sieht man nicht…

„Schreiben Sie noch?“ Kein Finanzbeamter würde gefragt, ob er sich noch zuverlässig um die Steuergerechtigkeit sorgt. „Alles gut?“ ersetzt immer öfter ein „Wie geht’s?“ In Berlin (und anderswo) fallen kontinuierlich Redakteursstellen weg. Ich sammle Geschichten von Ex-Kolleginnen und Ex-Kollegen, die in ganz anderen Berufssparten neu starten. Und ja, ich schreibe noch. Weiterlesen

Für 20 Prozent ist die „Lügenpresse“ legitim.

„Aber schreiben Sie nicht für die Lügenpresse!“ Der gut gemeinte Rat des älteren Herrn klingt nach. Ich höre ihn oft. Auch beim Kaltwalzwerk-Tag, als sich Anfang Januar zahlreiche Neugierige durch das Oranienwerk führen ließen. Als gebürtige und langjährige Dresdnerin werde ich seit Pegida regelmäßig gefragt, was ich davon halte, dass „die Medien“ schreiben, „was sie schreiben müssen“. Weiterlesen

Warum ist der Fuchs depressiv?

Die Frage stellen Besucher des Oranienwerks regelmäßig. Seit Ostern 2016 ziert eine ganze Fuchs-Familie zwei Wände des Co-Working-Bereichs, unweit meines Büros. Das in Speedpainting-Technik entstandene Werk heißt „Floating Foxes“ und stammt von Venison Customs. Bezüglich Motiv und Gestaltung waren der künstlerischen Freiheit keinerlei Grenzen gesetzt. Auf Youtube ist zu beobachten, wie die schwebenden Rotfüchse in den einstigen Werkzeugbau zogen. Weiterlesen