#RightsNotRoses

Ich habe es nicht so mit angeblich besonderen Tagen, noch weniger, wenn sie im Marketing-Gewand daherkommen. Valentinstag ist so ein Tag. Ich bin nicht die Einzige, der es so geht. Meine Netzwerk-Kollegin Katharina Tolle hat eine heute beginnende Blogparade zum Thema #RightsNotRoses ins Leben gerufen. Sie soll bis zum 8. März 2022 laufen. Gute Idee!

Eine Freundin schrieb mir heute sehr früh: „Statt die Liebe zu einer anderen Person zu zelebrieren, kann der 14. Februar auch der perfekte Tag sein, um die Liebe zu sich selbst zu pflegen – und einen Tag lang nur das zu tun, was man möchte. – Es lebe die Selbstliebe und -achtsamkeit!“ Nur das zu tun, was man möchte, ist nicht immer möglich und es ist auch nicht nötig. Kleine Gesten im Alltag zählen. Und die innere Einstellung zu allen Pflichten.

Gegen Abend las ich noch ein Zitat auf Social-Media: „Deine Aufgabe ist nicht, nach Liebe zu suchen, sondern nur alle Hindernisse in dir zu suchen und zu finden, die du dagegen aufgebaut hast.“ Rumi, dem die Worte zugeschrieben werden, gilt als einer der bedeutendsten persischsprachigen Dichter und Gelehrten des Mittelalters. Er muss so etwas wie das Feindbild des in der weltlichen Welt zelebrierten Tages der Liebenden sein. Kaufst du nicht, liebst du nicht (genug)? Erwachsene Menschen machen sich eine Freude, wenn ihnen so ist, nicht weil irgendein bestimmter Aktionstag im Kalender steht.

Aber was bedeutet nun – #RightsNotRoses? Frei übersetzt „Gerechtigkeit statt Rosen“. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Rosen geschenkt bekam. Das mag auch daran liegen, dass mir nahestehende Menschen wissen, was ich von zwanghaften Ritualen halte und dass Blumen in der Natur am schönsten aussehen. Der 8. März als Konsumevent? Bitte nicht. Ich erinnere mich noch an krampfhafte Frauentagskaffeetafeln in der DDR, die für mich als damals sehr junge Frau immer etwas von Peinlichkeit an sich hatten und das Gefühl, es möge bald vorbei sein. Aufmerksamkeit nur an einem Tag? Geschenkt.

Den Frauentag wie einen privaten Geburtstag zu feiern, käme mir nicht in den Sinn. Am und um den 8. März an Dinge zu erinnern und einzufordern, die echte Gleichberechtigung bedeuten, finde ich dagegen wichtig und sinnvoll. Deshalb werde ich auch in diesem Jahr mit dem Netzwerk Unternehmerinnen in Oberhavel mehrere Aktionen durchführen. Eine Blogreihe zum Thema „Gehen oder Bleiben“ beginnt am 28. Februar 2022. Ich habe sie mit Selma Reese redaktionell vorbereitet und wir sind sicher, dass die Texte für Gesprächsstoff sorgen werden. Zur Online-Lesung mit Diskussion zum gleichen Motto am 12. März 2022, 16:00 Uhr, haben vier inspirierende Frauen zugesagt. Wir freuen uns sehr darauf. Und auch das März-Netzwerktreffen am 16. März 2022 soll Frauenpower pur ermöglichen. Näheres folgt in Kürze hier.

Foto: Pexels / RODNAE Productions

Update 23. März 2022: Die Auswertung der Blogparade ist online.

5 Gedanken zu „#RightsNotRoses

  1. Hallo Dagmar, danke dir für deinen Beitrag! Ich war vor Corona mal auf einem Frauentag-Frühstück und habe damit das Durchschnittsalter erheblich gesenkt. Die künstliche Aufmerksamkeit vieler Herren an diesem Tag – nur um danach wieder in alte Muster zu verfallen – ist mir genauso ein Graus wie dir!

    Beste Grüße, Katharina

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