Die Neue Strausberger Zeitung berichtet über mein Buchprojekt

Ein Nebensatz, null Dokumente und stilles Entsetzen – so begann 2013 eine Recherche, von der ich lange nicht sicher sagen konnte, ob ich meine Zeit verschwenden würde. Bis vor zehn Jahren wusste ich über familiäre Verbindungen nach Berlin-Brandenburg so gut wie nichts. Dass ein dunkles Geheimnis damit zusammenhing, war nicht ansatzweise zu ahnen.

Ein Versprecher einer Zeitzeugin löste unzählige Fragen und eine bis heute anhaltende Spurensuche aus. Würde es möglich sein, einen unnatürlichen Todesfall im Dritten Reich über sieben Jahrzehnte später „aufzuklären“, ohne auch nur ein einziges Schriftstück oder ein Foto in der Hand zu haben? Was hätte ich außer immens viel Arbeit davon? Und vor allem: Würde das unbequeme Thema andere Menschen interessieren?

Das Projekt beschäftigt mich seit acht Jahren, zeitlich mal mehr, mal weniger intensiv. „Wehret den Anfängen“, denke ich oft, wenn ich mit historischen Parallelen zwischen gestern und heute konfrontiert werde. Zahlreiche Archive, Behörden, Institutionen, Expert*innen sowie engagierte Privatpersonen haben meine Recherche unterstützt und im wahrsten Sinn des Wortes Unmögliches möglich gemacht. Dafür danke ich allen herzlich.

Die 1941 in Strausberg (Brandenburg / heute: Landkreis Märkisch-Oderland) ums Leben gekommene 34-jährige junge Frau war die erste Frau meines Großvaters. Sie war genauso wenig prominent wie ihr Mann. Ihr Schicksal steht beispielhaft für normale Menschen, die in der NS-Zeit zu Tode kamen und vergessen werden sollten. Inzwischen hat Elisabeth wieder ein Gesicht. Viele Fragen, wenn auch noch lange nicht alle, konnte ich klären. Daraus entsteht ein Buch. Jetzt berichtete die „Neue Strausberger Zeitung“ darüber (Seite 4). Zitat: „Viele Menschen schauen Krimis, ich schreibe an einem Krimi – mit echtem und ernstem Hintergrund.“ Ein Erscheinungstermin für die Publikation steht noch nicht fest.

Fundierte Hinweise zur Tatzeit Juni 1941 von mit der Stadt Strausberg verbundenen Personen sind nach wie vor willkommen, zunächst am besten per Mail.

Einige offene Fragen – an privat, da alle relevanten Archive und Stellen bereits kontaktiert wurden:

  • Wer weiß sicher, ob Anfang bis Mitte Juni 1941 Tageszeitungen in der Region Strausberg erschienen? (bis Ende Mai 1941 in Archiven erhältlich, danach nicht)
  • Wenn ja, existieren noch Exemplare?
  • Besitzt jemand Fotodokumente oder Aufzeichnungen aus der früheren Kolonie Postbruch ab Mitte der 1930-er Jahre bis nach 1945, z.B. aus Familienalben?
  • Wer kann Angaben zum Leben im Postbruch zur damaligen Zeit machen?
  • Gibt es Eigentümer oder Pächter, deren Vorfahren in den 1940-er Jahren eine Laube oder ein Gartengrundstück im Postbruch hatten, die noch heute von der Familie genutzt werden?

Screenshot/Foto: Stephan Dreyse

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