Limits und versteckte Botschaften

„Schalte die Nachrichten aus, mach es Dir gemütlich und singe ein schönes Weihnachtslied!“ So las ich in einem Weihnachtsgruß, der neulich ins Haus flatterte. Am gleichen Tag hörte ich ein Interview mit einem Sprachforscher über versteckte Botschaften in DDR-Weihnachtsliedern. Grund, einmal in alte Langspielplatten hineinzuhören.

Diese von meiner Oma geerbte ETERNA-LP „Volkstümliche Weihnachtsmusik“ von 1966 enthält neben ostdeutschen Liedern Volkslieder und russische, böhmische sowie sizilianische Volksweisen. Gesungen von Kinderchören des Berliner Rundfunks, des Rundfunk-Jugendchores Leipzig, dem Berliner A-capella-Chor, dem Großen Rundfunkchor Leipzig, dem Dresdner Kreuzchor, dem Solo-Quartett Berlin, begleitet von diversen Instrumentalgruppen. Lange nicht gehört. Danke für den Tipp! Auch wenn ich bisher keine versteckten Botschaften entdeckt habe.

Limits und Top 3 2021

Das kann an einem arbeitsreichen und bewegten Jahr liegen. Der gefühlt meistgehörte Begriff 2021 war „Limit“. Für mich hat er nicht zwingend einen negativen Beigeschmack. Nur wenn wir uns unserer Grenzen bewusst sind, können wir manche akzeptieren und andere überwinden.

 

 

Screenshot Duden

 

 

 

 

Das spiegelt sich auch bei den beliebtesten Beiträgen dieser Website 2021 wider. „Superheldinnen am Limit wurde am häufigsten gelesen. Dabei stammt der Titel gar nicht von mir, sondern er war das Motto der Brandenburgischen Frauenwoche 2021, an der ich wiederum aktiv beteiligt war.

Ein Zufallstreffer landete auf Platz 2: „Unbekannte Schwester Ella“. Im Text berichte ich über eine im Rahmen meiner Buchrecherche gefundene Diakonisse meiner Familie.

Fast gleichauf belegt „Dranbleiben an der Traumagemeinde“ Platz 3.

Alle drei Beiträge behandeln meine Kernthemen. Allesamt Nischen, die mir im zurückliegenden Jahr erfüllende Arbeit bescherten. Dafür bin ich dankbar. Für meine persönliche Bilanz auch.

 

 

 

Wortwolke: Dagmar Möbius

 

Ein Text, den ich 2021 gern (fertig) geschrieben hätte, kam aus verschiedenen Gründen jedoch nicht zustande. Im Januar starb ein älterer Herr, den ich am Heiligabend vor sieben Jahren kennengelernt hatte. Mit Günter Hoffmann (1933-2021) war ich bei einer Weihnachtsfeier für Alleinlebende ins Gespräch gekommen, über die ich für die Lokalpresse berichtete. Der damals 81-Jährige gehörte eher zu den Stillen. Erst als ich ihn nach seinem früheren Beruf fragte, taute er auf. Das Schlossparktor am Oranienburger Schloss hat der gebürtige Leipziger geschaffen. Nicht das Original, sondern eine Nachbildung mit Denkmalstatus.

Tor zum Schlosspark Oranienburg (2010), Foto: Wikipedia/Jumbo1435

Wann, wie, warum, in wessen Auftrag, war vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum nicht zu eruieren, weil für Genehmigungen der Landkreis zuständig war und ist. Zu Zeiten des Lockdowns gab es dringendere Anliegen, als diese Recherche zu vertiefen. Leider.

Ein Satz von Günter Hoffmann blieb mir im Gedächtnis: „Ich hatte viele Höhepunkte in meinem Leben, die mich mit manchem versöhnt haben. In die Ecke setzen und rumjammern hilft nicht.“ Er hat sich eine Seebestattung im engsten Kreis gewünscht. Jedes Mal, wenn ich im Schlosspark Oranienburg bin und das große Parktor sehe, denke ich an den einstigen Kupferschmied, der so stolz auf seinen Beruf war.

Foto: lilartsy / Pexels

In diesem Sinn wünsche ich allen Kolleg*innen, Mitstreiter*innen, Weggefährt*innen und Freund*innen ein friedliches gesundes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr!

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